Archiv für September 2009

SOLI-RAVE

Autonomer Kongress 09 – 20 JAHRE ROTE FLORA

am 26.09.2009 – in der Roten Flora – Achidi John Platz 1

Kongressstruktur

Selbstverständnis, Stand und Perspektiven der autonomen Bewegung im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang

Du/ihr seid aufgefordert, den Kongress mitzugestalten. In den einzelnen Themenschwerpunkten werden verschiedene 5 bis 10 minütige Impulse in Form von prägnanten Referaten, einfühlsamen Theaterstücken, einschlägigen Praxisbeispielen oder provokanten Thesen die Diskussionen anregen.
Sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen können einen Input vorbereiten, der sich am Schwerpunkt oder einem Thema innerhalb des Schwerpunktes orientiert sowie den o.g. Leitsatz des Kongresses berücksichtigt.

Themenschwerpunkt I: Der Begriff Autonomie / das Label autonom
Aus welchen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und politischen Handlungsnotwendigkeiten hat sich der Begriff Autonomie entwickelt? Ist er zu einem Label oder zu einem Mythos geworden, der lediglich noch auf äußere Erscheinungsbilder (Randale, Klamotten, …) beruht?
Sind die Autonomen zu einer selbstbezogenen und selbstgenügsamen Sekte geworden, die von Außen nicht mehr greifbar und kritisierbar ist und sich deshalb der gesellschaftlichen Auseinandersetzung entzieht und somit auch in diese nicht mehr verändernd eingreifen kann. Ist der Begriff „Autonomie“ für die heutige politische/kulturelle Situation noch hilfreich? Wie setzten verschiedene politische Schwerpunkte (wie anti-Ra, anti-Fa, anti-Sexismus, anti-AKW, …) diesen Begriff in ihren praktischen Kämpfen um?
„Autonomie“ als Kommunikations- und Kampfbegriff, Autonomie als gesellschaftliche Utopie. Selbstbestimmung und Kollektivität als dialektische Einheit. Denn Selbstbestimmung kann nur als Kollektiv statt finden und Kollektivität nur mit selbstbestimmten Menschen.
Freitagabend, 20:00 h

Themenschwerpunkt II: Struktur, Bündnisse, Vernetzung und Organisierung
Was verbindet uns und auf welcher theoretischen sowie praktischen Basis arbeiten wir in unseren Kleingruppen, in unseren Städten, bundesweit oder international zusammen? Gibt es eine gemeinsame autonome Bestimmung?
Unter welchen Kriterien gehen wir Bündnisse ein und um welchen Preis?
Brauchen wir eine Organisierung und wenn ja, welche Form von Organisierung muss das sein, um eine revolutionäre Kraft darzustellen? Was müssen und können wir an unseren gemeinsamen Strukturen ändern, um politisches Gewicht zu erlangen?
Samstag, 10-13 h

Themenschwerpunkt III: Alltagspraxis, interne Machtverhältnisse, Kommunikation
Themensschwerpunkt geht um unseren Umgang untereinander, unter bezug auf Machtverhältnisse und unterschiedlichste Unterdrückungsverhältnisse. Dabei deckt er auch die verschiedenen bekannten –ismen ab.
Außerdem fragen wir uns, wie unsere eigene Kommunikation untereinander aussieht und wie diese geprägt ist. Ob durch vorgegebene Rollen und deren Zuschreibungen oder durch einen offenen Umgang untereinander, der Annäherung erlaubt und diese auch wünscht.
Schließlich soll es auch drum gehen, wie eine selbstbezogene Abtrennung der eigenen Lebensverhältnisse und Alltagsauseinandersetzungen vom radikalen Kollektiven handeln überwunden werden kann.
Samstag, 14-17 h

Themenschwerpunkt IV: Aktionsformen, Widerstand, Medien
Aktionsformen sollen unsere Inhalte und unseren Widerstand nach außen vermitteln. Entspricht das der Wirklichkeit? Wie sollten wir Militanz verantwortungsvoll einsetzen und perspektivisch ausbauen? Welche Bilanz können / sollen wir aus den gemachten Erfahrungen ziehen? Wie wollen wir mit der medialen Wiedergabe und den Reaktionen auf unsere Aktionsformen umgehen? Welche Rolle(n) spielen unsere eigenen Medien (nicht nur das Internet)? Wie, wo und warum könnten zufünftige Aktionsformen neu gestaltet oder weiter entwickelt werden?
Samstag, 18-21

Zusammentragung, Auswertung, Ausblick
Sonntag, 10 h

Mitmachen

Die Inputs werden soweit möglich, vorher im Internetblog veröffentlicht und auch schriftlich auf dem Kongress ausliegen. Bitte schickt uns eure Inputs, damit wir die Schwerpunkte besser koordinieren können.
E-Mail für die Anmeldung von Inputs: autonomer-input@nadir.org
Postadresse: Autonom-Kongress-Vorbereitung, Schwarzmarkt, Kleiner Schäferkamp 46, 20357 Hamburg